Bewegtbildstudie 2008 der Uni Leipzig: Online-Videos in Journalismus und PR unterschiedlich etabliert

Quelle: obs/news aktuell GmbH
Zwischen dem 1. und 25. Juli dieses Jahres haben insgesamt 1.063 Journalisten und 1.337 PR-Verantwortliche an der Befragung der Uni Leipzig teilgenommen
Die Antworten der Befragten lassen dabei auf unterschiedliche Bedürfnisse von Journalisten und PR-Mitarbeitern schließen: So geben 60 Prozent der Journalisten an, dass ihre Redaktion bereits Bewegtbilder im Internet anbietet, zwölf Prozent haben konkrete Pläne dafür. Bei Pressestellen und PR-Agenturen bestätigten immerhin 40 Prozent der Befragten, dass ihr Unternehmen oder entsprechende Auftraggeber bereits mit Video-Content arbeitet, 14 Prozent planen entsprechende Aktivitäten. Der Bedarf ist in der PR also noch nicht so hoch wie im Journalismus. Mit 26 Prozent stehen aber PR-Verantwortliche, die noch kein Bewegtbild im Internet nutzen, dem Thema etwa doppelt so aufgeschlossen gegenüber wie Journalisten (14 Prozent).
Quelle: YouTube / Uni Leipzig, Bewegtbildstudie 2008
Video über die Studie der Uni Leipzig im Auftrag von news aktuell
Die Studien-Ergebnisse zeigen insgesamt, dass sowohl Journalisten als auch PR-Mitarbeiter das Potenzial von Bewegtbild im Internet erkannt haben – dies derzeit aber offenbar nicht für beide Branchenzweige in gleichem Maße relevant ist.
Die Studie der Uni Leipzig kritisiert jedoch in ihren Analysen mehrfach den Nachholbedarf des PR-Bereichs in Sachen Bewegtbild, in dem begleitenden Youtube-Video (s.o.) wird dies sogar als "wissenschaftlich bewiesen" dargestellt. Dies lässt sich aus den bisher im Internet veröffentlichten Ergebnissen der Studie nicht ohne weiteres herleiten (Download-Link unten).
Beispielsweise verwenden Journalisten Videos im Gegensatz zur PR öfter als eigenständige Darstellungsform, 15 Prozent veröffentlichen darüber hinaus von Nutzern erstellte Webvideos („user generated content“). Laut Uni Leipzig würden PR-Verantwortliche bislang beide Bereiche vernachlässigen.
Nicht berücksichtigt wird von den Autoren der Studie dabei, dass Journalisten ein anderes Selbstverständnis haben als PR-Berater und es oftmals gar nicht sinnvoll ist, Redaktionen fertig produzierte Beiträge zu liefern. In der Studie geben PR-Verantwortliche dementsprechend etwa drei Mal häufiger als Journalisten an, Rohmaterial (Footage) zu veröffentlichen.
Der zweite Bereich, „user generated content“, lebt auf der anderen Seite oft von der Authentizität, dass Inhalte von Nutzern erstellt und direkt an die Redaktionen geliefert werden. Der Umweg über die PR könnte zu einem Vertrauensverlust bei den Nutzern führen und würde wiederum gegen das Selbstverständnis vieler Journalisten verstoßen.
Diese Beispiele zeigen, dass eine Analyse der Gründe für den geringeren PR-Einsatz im Vergleich zum Journalismus die Studie deutlich aufgewertet hätten. So beinhaltet die Untersuchung letztendlich keine wesentlichen neuen Erkenntnisse: Bewegtbild im Internet wird bereits - sowohl von Journalismus als auch von PR - in unterschiedlich starkem Maße genutzt.
Mehrwert bieten wiederum die Erkenntnisse aus dem Fazit: Die wichtigsten künftigen Erfolgsfaktoren für Bewegtbild-PR sind laut Uni Leipzig einfache Publikations- und Distributionsmöglichkeiten sowie intelligente Konzepte (Best Practices). Sinn mache auch die Einbindung von Rechercheplattformen für Presseinformationen als Distributionswege.
Weitere Informationen & Studien-Download (PDF):
http://www.bewegtbildstudie.de
Zerfaß, Ansgar/Mahnke, Martina/Rau, Harald/Boltze, Alexander (2008): Bewegtbildkommunikation im Internet – Herausforderungen für Journalismus und PR. Ergebnisbericht der Bewegtbildstudie 2008. Leipzig: Universität Leipzig.




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