Verbände ziehen negative Bilanz zur Pressefreiheit

Zum „Welttag der Pressefreiheit“ am 3. Mai hat der Deutsche Fachjournalisten-Verband (DFJV) die Bestrebungen der Regierung kritisiert, unter Berufung auf vermeintliche Sicherheitsaspekte die Pressefreiheit in Deutschland weiter auszuhöhlen. Auch der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) warnte vor staatlichen Eingriffen.

Insbesondere die fortgesetzte Bespitzelung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst (BND) sei beunruhigend. Der BND hatte eigentlich zugesichert, keine Journalisten mehr zu bespitzeln. Doch zumindest bei einer Journalistin des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ sowie der „Berliner Zeitung“ seien die Beobachtungen des Nachrichtendienstes weitaus intensiver gewesen als vorher bekannt.

Tuer-Ueberwachung
Quelle: Fionn Große / Pixelio
Die staatliche Überwachung hört nicht einmal vor der Haustüre von Journalisten auf. Dies wird von Verbänden wie dem DFJV und VDZ kritisiert


Das systematische Ausspionieren von Journalisten ist zudem seit 1. Januar 2008 so einfach wie nie zuvor, möglich gemacht durch das neue Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung von Telefon- und Internetdaten. Nach Ansicht des DFJV können staatliche Behörden im Bedarfsfall sämtliche elektronische Kommunikationsdaten von Journalisten auswerten. Der Schutz von Informanten ist dadurch nicht mehr gewährleistet und ausgehebelt.

Der VDZ weist darauf hin, dass in der Folge von Durchsuchungen von Redaktionsräumen und Datenspeicherung die Vertraulichkeit journalistischer Recherche in Gefahr gebracht werde. Schon heute berichten Journalisten von Informanten, die abspringen, weil sie befürchten müssen aufzufliegen. Kritischer Journalismus ist auf dieser Grundlage nicht möglich.

Deutschland belegt auf der Rangliste der der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ in Sachen Pressefreiheit nur den 20. Platz. Wie in vielen Ländern ist Pressefreiheit zwar im Gesetz verankert, wird nach Ansicht des VDZ aber realpolitisch nicht durchgesetzt.


European Trusted Brands 2008 veröffentlicht

Über 80 Prozent der Deutschen sind Markentreu und geben für Qualitätsprodukte mehr Geld aus. Gleichzeitig geben mittlerweile 77 Prozent an, sie würden stets nach den günstigsten Preisen suchen. Dies sind die verwirrenden Ergebnisse der Untersuchung „European Trusted Brands 2008“, die größte Verbraucherstudie in Europa, die Reader's Digest im März vorgelegt hat.

An der Befragung für 31 Produktkategorien von A wie Automobile bis Z wie Zahnpasta haben 24.000 Menschen, davon rund 6.000 in Deutschland, teilgenommen. In Deutschland stehen vor allem Markenklassiker an der Spitze – aber nicht nur da: Deutschlands vertrauenswürdigsten Marken können sich auch im Ausland sehen lassen. Nivea beispielsweise belegte zum vierten Mal in Folge in allen 16 europäischen Ländern Platz eins in der Kategorie Hautpflege. Die Kreditkarte Visa kam in 14 Ländern auf Platz eins, Canon schaffte diesen Rang in der Produktkategorie Fotogeräte in 13 Ländern.

Die Preisverleihung im 60. Jubiläumsjahr ist für Anfang September in Düsseldorf geplant.

Logo Trusted Brands
Quelle: Reader’s Digest Deutschland


Die Ergebnisse aller Produktkategorien:
  • Automobile: Volkswagen
  • Banken: Sparkasse
  • Bekleidung: C&A
  • Benzin: Aral
  • Computer: Fujitsu Siemens
  • Dekorative Kosmetik: Nivea
  • Duftprodukte: Yves Rocher
  • Erfrischungsgetränke: Coca-Cola
  • Erkältungsmittel: Wick
  • Fotogeräte: Canon
  • Frühstückscerealien: Kellogg's
  • Haarpflege: Schwarzkopf
  • Handelsunternehmen: Aldi
  • Haushalts-/Küchengeräte: Miele
  • Haushaltsreiniger: Frosch
  • Hautpflege: Nivea
  • Internetunternehmen: AOL
  • Kaffee/Tee: Jacobs
  • Kreditkarten: Visa
  • Mobilfunk Serviceanbieter: Vodafone
  • Mobiltelefone: Nokia
  • Nahrungsmittel: Maggi
  • Reiseveranstalter: TUI
  • Schmerzmittel: Aspirin
  • Sekt: Rotkäppchen Sekt
  • Spirituosen: Asbach
  • Süßigkeiten: Haribo
  • Versicherungen: Allianz
  • Vitamine: Abtei
  • Waschmittel: Persil
  • Zahnpasta/Mundpflege: Odol


Kartellamt genehmigt Vertriebstochter von ARD & ZDF

Das Bundeskartellamt hat grünes Licht für die Gründung der umstrittenen Vertriebskooperation der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF gegeben. Dies berichtet der Branchendienst Kontakter in seiner Ausgabe vom 10. März. Die Werbezeiten sollen demnach ab Spätsommer über eine gemeinsame Vertriebstochter bei Kunden vermarktet werden.

Stephanie Hofschlaeger
Quelle: Stephanie Hofschlaeger / Pixelio (Montage)
Das Gemeinschaftsunternehmen von ARD & ZDF wird den Vertrieb der Werbeangebote voraussichtlich noch in diesem Jahr übernehmen.


Die neue Lösung ersetzt beim ZDF-Werbefernsehen ein System aus freien Handelsvertretern, so der Kontakter. Der Außendienst für den Werbezeitenverkauf werde zusammengelegt. ARD und ZDF werden demnach an der Firma jeweils 50 Prozent halten und je einen Geschäftsführer stellen. Preise und Konditionen legen ARD und ZDF dabei eigenständig fest.


Neue Serie über Ethno-Zielgruppen bei W&V Media

Um deutsche Mitbürger mit ausländischem Hintergrund entspannen sich in der Öffentlichkeit immer wieder lebhafte Diskussionen, zum Teil stark verkürzt oder auch undifferenziert. Auch viele werbungtreibende Unternehmen sind unsicher, wie sie die kaufkräftigen und markenaffinen Zielgruppen mit ausländischem Familienhintergrund erreichen können.

Die Fragen, was modern-religiöse Türkinnen beim Einkaufen besonders mögen oder was Zielgruppen osteuropäischer Herkunft bei Marken des täglichen Lebens wichtig ist beantwortet W&V Media in einer Artikelserie in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Innovative Marktforschung (GIM). Die Fachzeitschrift liefert Insights für Marketing und Werbung für acht verschiedene Zielgruppen mit unterschiedlichen ausländischen Wurzeln und Werteorientierungen.

Werben und Verkaufen Cover
Quelle: Europa-Fachpresse-Verlag GmbH
Ethno-Marketing wird aufgrund der sich wandelnden Bevölkerung ein immer wichtigeres Thema


Die Serie beginnt am 2. April mit modern-religiösen Türkinnen: Gebildete, selbstbewusste, konsumfreudige Frauen, für die Integration ebenso selbstverständlich sei wie ihre Religion und die Identität ihrer Familie.


Web 2.0 bei Unternehmen noch in Kinderschuhen

Experten sind sich über die genaue Definition von Web 2.0 immer noch nicht einig, doch in immer mehr Unternehmen nimmt das „Mitmach-Netz“ einen immer größeren Stellenwert ein. Laut einer aktuellen Studie der „IDC Central Europe GmbH“ sehen 50 Prozent der Firmen in der Region Asien/Pazifik Web 2.0 als Geschäftsmöglichkeit an.

Web 2.0
Quelle: Markus Angermeier
Kritiker behaupten, dass von Web-2.0-Konzepten eindeutig zu viel erwartet werde


Implementierungen wie Corporate Blogs werden laut „pressetext“ auch in Deutschland bei großen Unternehmen bereits eingesetzt, wobei sich die Konzerne dabei meist von Experten beraten lassen. Wenn es um komplexe Web-2.0-Systeme gehe, seien Beispiele für den Firmeneinsatz schon schwerer zu finden.

„Es ist schon ein wenig enttäuschend, dass es in diesem Bereich keine australischen Erfolgsgeschichten gibt“, sagt IDC-Analyst Phillip Allen gegenüber „pressetext“. Abgesehen vom Einsatz von Blogs oder Marketing-Experimenten in Second Life durch große Unternehmen fänden sich lediglich eine Reihe von Startup-Firmen, die kreative Web-2.0-Applikationen nutzten, so der Analyst. Die Situation in Deutschland gibt derzeit ein ähnliches Bild ab.


Kritik an Medienrichtlinien in China

Vor zwei Jahren hatte China Medienregulierungen eingeführt, die ausländische Nachrichtendienste wie Reuters, Bloomberg und Dow Jones dazu verpflichten, ihre Finanznachrichten ausschließlich über die heimische Agentur Xinhua anzubieten. Diese Richtlinie verstoße allerdings grundlegend gegen eine Vereinbarung, die zuvor zwischen chinesischen und US-Behörden getroffen wurde. Demnach sollte sich der chinesische Markt gegenüber ausländischen Finanz-Informationsdiensten öffnen.

Die USA und die Europäische Union haben laut „pressetext“ eine gemeinsame Beschwerde gegen Chinas Medienpolitik eingereicht. Hauptkritikpunkt ist die staatliche Kontrolle des Finanz-Informationssektors über die ebenfalls staatlich geführte Nachrichtenagentur Xinhua. Die EU- und US-Handelsbehörden haben China vor der Welthandelsorganisation WTO zu einem formellen Verfahren aufgefordert. Das Wall Street Journal berichtet, dass die WTO einen 60-tägigen Prozess startet, in dem die beteiligten Regierungen nach einer Lösung suchen wollen.

Xinhua
Quelle: www.xinhuanet.com
Die westlichen Nationen fordern einen unabhängigen Regulator, der die Finanznachrichten in China beaufsichtigen soll, der direkte Zugriff auf unterschiedliche Nachrichtenquellen sei für Geschäftsleute unabdingbar


Insbesondere ausländischen Unternehmen begegneten die chinesischen Behörden häufig mit Skepsis bzw. schränkten deren Handlungsspielraum ein. Zuletzt wurde beispielsweise die Überwachung von Online-Videoportalen etwas gelockert. Für den überwiegenden Teil ausländischer Webseiten bliebe aber weiterhin ein Verbot aufrecht.


Britisches Militär startet interaktive Werbekampagne

Die britische Armee hat eine groß angelegte Rekrutierungsoffensive gestartet. Eine Umfrage hatte laut „pressetext“ gezeigt, dass Soldaten im Land derzeit recht populär sind. Deshalb investiere das Militär umgerechnet rund 2,5 Mio. Euro in eine Imagekampagne, um noch mehr junge Menschen als Soldaten anzuwerben.

Die Rufe der Kritiker sind da natürlich nicht fern: So wurden die Werbemaßnahmen parallel zum fünften Jahrestag der Invasion in den Irak gestartet. Laut Verteidigungsministerium sei der Zeitpunkt reiner Zufall.

Army Jobs
Quelle: Screenshot www.armyjobs.mod.uk
Die Internetseite der britischen Streitkräfte ist sehr nutzerfreundlich und interaktiv. Ob die sterile Darstellung zur realistischen Entscheidungsfindung beiträgt, bleibt dagegen fragwürdig


Laut Personalchef der British Army, Andrew Jackson, existiert ein zehnprozentiges Defizit bei den Truppen. Mit der aktuellen interaktiven Kampagne mit eigener Website soll dem nun entgegengewirkt werden. Auf dem Internetportal werden unter anderem Videos von Zivilisten im Irak, Kosovo, Bosnien und Großbritannien gezeigt, die britische Soldaten für deren Hilfe hochleben lassen.

Auch die Deutsche Bundeswehr hat ihre Rekrutierungsaktivitäten in der Vergangenheit bereits in die virtuelle Welt verlagert und beispielsweise Computerspielfans die Karrierechancen im Jahr 2006 mit einem eigenen Stand auf der Games Convention näher gebracht.

Link zur Internetseite des britischen Militärs:
www.armyjobs.mod.uk


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